Ziemlich genau jetzt mußte ich an einen Reisebericht denken, den ich kurz vor unserem Abflug daheim noch gelesen hatte und in dem
stand, daß man bei einem dieser Flüge am Besten Augen und Mund geschlossen lassen sollte und überlegte ernsthaft, mir jetzt noch schnell eine Reisetablette einzuschmeißen, denn auch nach den
vermeintlichen Beuteln in den Sitztaschen suchte ich vergeblich. Leider war es jetzt zu spät, denn noch während ich darüber nachdachte, setzte sich der Flieger in Bewegung - ohne Stewardeß, wozu auch?
über den Bergen
Uwe war beschäftigt damit, dem Piloten über die Schulter zu sehen und um Fotos zu machen, während ich mit gemischten Gefühlen hinter
ihm saß und die Passagiere zählte. Genau sieben an der Zahl - uns eingeschlossen. Doch als der Flieger abgehoben hatte und ich den sich uns bietenden Ausblick genießen konnte, war all meine Angst und
mein vermeintliches “Schlechtsein” verflogen und ich muß zugeben, daß ich mich völlig umsonst geängstigt hatte. Wir hatten einen angenehmen, sehr ruhigen Flug
die ersten Inseln
und es war gigantisch mit anzusehen, wie sich der Nebel aus dem Dschungel, den wir überflogen, langsam hob - wie beeindruckend die
Landschaft, die Berge, die Seen und Flüsse sich unter uns wanden.
Schon nach kurzer Zeit konnten wir die ersten Inseln erblicken - wenn auch sehr schwach und undeutlich und nicht in der Farbenpracht, die wir aus Beschreibungen und Internetseiten kannten aber immerhin war es ja auch noch nicht mal sieben Uhr morgens.
eine Insel
Unser erster Zwischenstop war Rio Sidra und erneut mußten wir lächeln über den “Flughafen” und sein Gebäude, denn so etwas hatten wir
bislang noch nicht gesehen bzw. erlebt. Hier stiegen einige Kuna zu, nachdem der Pilot mal eben ausgestiegen war, um das Finanzielle zu erledigen und schon nach wenigen Minuten hob der Flieger auf
der kleinen Start- u. Landebahn wieder ab. Man fühlte sich dabei wie in einem Gummiband... Vollgas gegeben und dann ab - eben wie abgeschossen.
“Flughafen” Rio Sidra
Der nächste Stop war nicht geplant - zumindest existierte er nicht auf unserem Flugplan. Der war nämlich in Corazon de Jesus -
östlich von Rio Sidra und noch östlicher von unserem eigentlichen Ziel El Porvenir und im ersten Moment dachten wir schon, wir sitzen im falschen Flieger. Doch der Pilot drehte sich einfach um und
versicherte uns in gebrochenem Englisch, daß wir bald in El Porvenir landen werden.