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Auch hatten wir Angewohnheit, jeden Tag früh schlafen zu gehen, um in der Nacht dann wieder aufzustehen, um jenen spektakulären
Geschehnissen zu watchen, die dem Turtle Beach alle Ehre machten: die Lederschildkröten. Die weiblichen Riesenechsen mit teilweise bis zu stattlichen 1,80 m Länge, kommen in der Zeit von März bis
Juni hier an diesen Strand, um ihre Eier abzulegen. Wir hatten das Glück insgesamt sechs dieser Lederschildkröten zu sehen zu bekommen und sie zu beobachten. Zweien davon (in zwei verschiedenen
Nächten) haben Uwe und ich sozusagen sogar das Leben gerettet, da wir beide uns in einer Nacht alleine am Strand befanden und in der zweiten Nacht waren zwar ein paar Leute da (unter ihnen auch 3
Security), aber keiner war in der Lage, etwas zu unternehmen. Wie wir von organisierten SOS (Save our Seaturtles) - Leuten eines nachts gelernt hatten, verlieren manche Schlidkröten nach ihrer
Eiablage durch das nachts beleuchtete Hotel die Orientierung und man mußte ihnen den Weg weisen, sonst irritieren sie völlig kraftlos am Strand umher und das kann tödlich enden. “Unsere” erste
kam nachts um ca. 1:00 und wir waren ganz stolz, weil nur wir am Strand waren und wir so die Gelegenheit hatten, sie völlig ungestört zu beobachten. Ein Security kam wenig später vorbei, verließ uns
jedoch nach einigen Minuten wieder. Als Morla (wir hatten angefangen, den Schildkröten Namen zu geben) dann mit ihrer Eiablage fertig war und sie ihr Nest mit ihren Hinterflossen bereits wieder
zugeschaufelt hatte, begann sie, sich Richtung Meer zu bewegen. Doch schon nach einigen Metern drehte sie sich plötzlich und robbte nun Richtung Hotel. Wir stellten uns vor sie, um ihr Schatten zu geben,
damit sie wieder umkehren sollte, doch es gelang uns nicht. So holte ich kurzerhand meine Taschenlampe aus unserem naheliegenden Zimmer und Uwe leuchtete sie nun von vorne an, aber sie drehte nicht.
Panikartik lief ich nun durch die Hotelanlage und suchte den Security, der uns dann mit einem Knüppel half, den er Morla mal vor die rechte, mal vor die linke Flosse hielt und sie somit bei jeder
Berührung die Richtung wechselte, während ich ihr Schatten spendete und so schafften wir es gemeinsam, Morla so gegen 4:30 Uhr wieder sicher ins Meer zu bringen. In einer anderen Nacht kam die erste
Turtle so gegen 11:00 Uhr, die problemlos ihre Eier ablegte und auch mühelos wieder ins Meer zurückfand. Die zweite jedoch kam wieder so gegen 1:00 Uhr und in kurzer Zeit fanden sich auch schon ein paar
Leute am Strand ein, um “Shirley” zu beobachten. Hier ging es uns ähnlich wie bei unserer ersten, auch Shirley verirrte sich am Strand und da niemand was unternahm, ergriffen kurzerhand Uwe und ich die
Initiative um zu helfen - mittels Taschenlampe und Palmwedel. So stellte ich mich mit meiner kleinen Taschenlampe direkt vor das Tier und leuchtete sie an und Uwe hielt ihr einen Palmwedel
genau vor ihre Flossen und als sie daran anstoß, wechselte sie die Richtung. So konnten wir dafür sorgen, daß sie den richtigen Weg einschlug - dies dauerte wieder bis ca 4:30 morgens, bis das erschöpfte
Tier endlich wieder im Wasser war. Fotos existieren hier leider keine, da es verboten ist, die Schildkröten zu fotografieren oder zu filmen, während sie aus dem Wasser kommen
bzw. bei der Eiablage und anschließend hatten wir alle Hände voll zu tun, um die erschöpften Tiere wieder sicher ins Wasser zu bringen. Ein tolles Erlebnis war dies allemal...
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